12. Juni 2018

Energiestadt Amriswil will Gold-Label

AMRISWIL : Das Label Energiestadt ist ein Leistungsausweis für Gemeinden, die eine nachhaltige kommunale Energiepolitik vorleben und umsetzen. Energiestädte fördern erneuerbare Energien, umweltverträgliche Mobilität und setzen auf eine effiziente Nutzung der Ressourcen. Amriswil steht in der Energiestadt-Skala derzeit bei 71,8 Prozent. Ziel ist, bis 2022 zusätzlich das Label «European Energy Award Gold» zu erreichen. Hierfür sind 75 Prozent nötig. Der Stadtrat hat dem entsprechenden Massnahmenkatalog zugestimmt.

Roger Häni | redaktion@oberthurgau.ch

«Hahnenburger»: Die Stadt Amriswil plant eine Aktion dazu.
«Hahnenburger»: Die Stadt Amriswil plant eine Aktion dazu.

«Mit dem Gold-Label krönen Energiestädte ihr Engagement für eine nachhaltige Energiezukunft», weiss Stadtrat Claudio Zaffonato (Ressort Umwelt). Die Auszeichnung sei vergleichbar mit der Champions League im Fussball: Hier treffen sich die Besten der Besten. Zaffonato ist glücklich, dass seine Stadtratskollegen an der letzten Sitzung vom 5. Juni dem vorgeschlagenen Aktivitätenprogramm 2018–2022 im Grundsatz zugestimmt haben.

Ausgearbeitet wurde das Aktivitätenprogramm mit sechs Massnahmenbereichen von der städtischen Kommission Energie, Natur und Umwelt (KENU) in Zusammenarbeit mit der Nova Energie GmbH. Dies geschah mit dem konkreten Ziel vor Augen, im Jahr 2022 das Label «European Energy Award Gold» zu erreichen.

Alle vier Jahre ein Re-Audit
Ein Blick zurück: September 2009 war es, als die Stadt Amriswil beschloss, dem Trägerverein Energiestadt beizutreten. Anschliessend wurde sie mit dem Energiestadt-Label ausgezeichnet. Zur Kontrolle der Zielsetzungen verlangt die Zertifizierungsstelle alle vier Jahre ein sogenanntes Re-Audit (Untersuchungsverfahren). Dieses ist letztmals im Jahr 2014 erfolgt, so dass nun ein erneutes Re-Audit fällig ist. Voraussichtlich wird Amriswil 71,8 Prozent der möglichen Punktezahl erreichen.

Intelligente LED-Systeme
Der neue Massnahmenkatalog enthält zahlreiche geplante Aktivitäten, welche Amriswil dem Ziel näher bringen sollen. Ein Beispiel ist die öffentliche Beleuchtung: «Bei neuen Erschliessungen soll die Beleuchtung mit intelligenten LED-Systemen ausgestattet werden», so Zaffonato. Ausserdem wird auf dem Dach der neuen Sporthalle im Tellenfeld als Novum eine «Volks-Photovoltaik-Anlage» gebaut, bei der sich alle Interessierten einmieten können.

Lokales Leitungswasser stärken
Doch gibt es auch Pläne ganz einfacher Art: So möchte die KENU einen Fahrraddienst prüfen, um den Amriswiler Wochenmarkt aufzuwerten.

Im Raum steht weiter eine Leitungswasser-Aktion für Gastronomen und Private. «Idee ist, eine Wasserkaraffe mit Logo und Slogan für Amriswiler ‹Hahnenburger› anzubieten», erklärt Claudio Zaffonato. Mit der Aktion soll der oftmals lange und damit ökologisch ungünstige Transport von Plastikflaschen minimiert und das Trinken von örtlichem Leitungswasser maximiert werden. «Wir haben bei uns schon jetzt eine gute Leitungswasserqualität und mit der bevorstehenden Investition in die Abwasserreinigungsanlage Moos nehmen wir auch das aktuelle Thema Mikroverunreinigungen ernst.»

Diese und viele weitere im Aktivitätenprogramm aufgeführte Massnahmen würden helfen, die für das Gold-Label benötigte 75-Prozent-Marke bis in vier Jahren zu knacken, ist Zaffonato überzeugt. «Wir befinden uns ab sofort auf der Zielgeraden!»

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