Um was geht es?

Modellvorhaben

Regionalentwicklung bestimmt die Zukunft: Regionales Nutzungskonzept für Umnutzungspotenziale als Teil einer regionalen Entwicklungsstrategie.

Die vier Zentren Amriswil, Arbon, Romanshorn und Bischofszell und die kleineren Gemeinden setzen räumliche Schwerpunkte für die Ansiedlung von Firmen und Privaten. Diese Schwerpunktsetzung ist eine grosse Herausforderung. Deshalb wurde ein nationales Modellvorhaben im Sinne der schweizerischen Agglomerationspolitik lanciert.

In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Raumentwicklung (are), dem Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) sowie dem kantonalen Amt für Raumplanung  erarbeitet die Regionalplanungsgruppe Oberthurgau (RPO) ein Pilotprojekt zur regionalen Entwicklung und Aktivierung von Umnutzungspotenzialen.

Regionales Rating und gemeinsame Vermarktung von Umnutzungspotenzialen bringen regionale Stärke und Einheit.

Es ist erklärtes Ziel der Region Oberthurgau, die Arealentwicklungen in den Gemeinden voranzutreiben und aufeinander abzustimmen. Dazu sollen grössere, brachliegende Areale sowie ungenutzte grössere Liegenschaften und Gebiete, die neu belebt werden sollen, ganzheitlich bewertet und auf einer regionalen Plattform präsentiert werden.

Teilrichtplan mit Schwerpunkten und Prioritäten

Der Vorstand der Regionalplanungsgruppe Oberthurgau (RPO) schlägt vor, einen regionalen Teilrichtplan „Umnutzungspotenziale / Industriebrachen“ zu erarbeiten, um Schwerpunkte und Prioritäten regional festzulegen und die Entwicklung im Gesamtinteresse zu beeinflussen.

Diese Grundlagen bilden dann die Basis für die aktive und effektive Vermarktung dieser Potenziale gegen aussen – verbunden mit den zwei wesentlichen Absichten: die Ansiedlung von Unternehmen mit Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen an die günstigsten Standorte zu lenken sowie die Attraktivität für Neuzuzüger zu stärken.

Wegbereiter für Stadt Oberthurgau

Die gemeinsame Politik zur Lenkung und Vermarktung von Umnutzungspotenzialen könnte damit zu einem wichtigen „Vorläufer“ für die Realisierung der Vision „Stadt Oberthurgau“ werden.

Die vom Bund definierten Agglomerationen Amriswil-Romanshorn und Arbon-Rorschach sowie das Kleinzentrum Bischofszell sollen gestärkt werden.

Aufgrund der bereits heute starken funktionalen Verflechtung werden auch kleinere Gemeinden von der Stärkung der Zentren dank einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung und einer verbesserten Verkehrserschliessung profitieren.

Im Moment konzentriert sich der Oberthurgau auf die Umnutzung von Industriebrachen in

Öffentliche Hand und Private gemeinsam: Reglement für Fonds. Für die Umsetzung, Fortführung und Bewirtschaftung des Modellvorhabens hat die Regionalplanungsgruppe Oberthurgau (RPO) ein Reglement geschaffen. Eine Anschubfinanzierung wird aus den Mitteln der RPO gewährt. Zur laufenden Finanzierung leistet die RPO einen jährlichen Beitrag von mindestens 40 Rp. pro Einwohner, der im Rahmen des Voranschlages durch die Delegiertenversammlung festgelegt wird. Die beteiligten Grundeigentümer entrichten einen jährlichen Beitrag gemäss einem vorgegebenen Schlüssel und erhalten dafür eine zusätzliche Plattform.

Für kleinere lokale Vermarktungsprojekte oder Vermarktungsmassnahmen in politischen Gemeinden, für Grundstücke, die nicht den definierten Minimalanforderungen entsprechen, können aus den Fondsmitteln Sonderausschüttungen gesprochen werden.

Die gemeinsame Vermarktung von Umnutzungspotenzialen eröffnet neue Gelegenheiten.

Boden und Immobilien zu erschwinglichen Preisen an Top-Lage. Das bietet der Oberthurgau.Im deutschsprachigen Raum werden Investoren, Firmen und Private gezielt und ihren Bedürfnissen entsprechend angesprochen.

 Die grösste Region am Schweizer Bodenseeufer packt den Strukturwandel an und nutzt ihn als Chance: Wo früher Industrien das Umfeld prägten, entstehen heute moderne Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungszentren. Der Branchen-Mix ist befruchtend, das wirtschaftlich-politische Umfeld ideal: Der Oberthurgau ist geprägt von vitalen KMU, liegt direkt an der Grenze zum EU-Raum und ist doch echt schweizerisch-unbürokratisch. Eine hervorragende Ausgangslage für die zukunftsgerichtete Vermarktung von Umnutzungspotenzialen.

Die Schwerpunkte für die regionale Vermarktung sind bereits gesetzt: die erste Dokumentation liegt vor.

Erste Schritte zur Vermarktung sind bereits eingeleitet worden, zum Beispiel mit der Beteiligung an der Gewerbeimmobilien-Messe Expo Real in München, an der Immomesse in St.Gallen und anderem mehr. Zur Sensibilisierung hat aber auch die eigene Regionalmesse MEOT Messe Oberthurgau beigetragen. Viele weitere Massnahmen tragen zur Steigerung des Bekanntheitsgrades der Region Oberthurgau bei, was sich positiv auf die Vermarktung von Umnutzungspotenzialen auswirkt. Damit erbringt die RPO Vorleistungen, von denen Gemeinden und auch private Vermarkter profitieren können. Dabei ist aber auch klar geworden, dass für die Vermarktung gegen aussen noch ein Informationsdefizit besteht. Das Defizit wird behoben mit der Erarbeitung einer Standortdatenbank, die sowohl im Internet als auch als gedruckte Version verfügbar ist.

Die Umnutzung von grösseren Industriebrachen schafft ein bedeutendes neues Angebot an Arbeitsplatz- und Verkaufsflächen, von Wohnungen und anderem mehr.

Geschickte Integration in das bereits Bestehende ist notwendig. Es entstehen derzeit Freiräume für innovative Kleinunternehmen und kulturelle und gesellschaftliche Experimente. Aber das Potenzial ist im Oberthurgau noch lange nicht ausgeschöpft.

Frühzeitige Abklärungen zu Altlasten

Vertiefte Abklärungen über vermutete oder allenfalls feststehende Altlasten und die Ermittlung der Kosten von Sanierungskonzepten müssen frühzeitig erfolgen. Beschönigungen sind kontraproduktiv, Klarheit und Offenheit auch zu unerfreulichen Untersuchungsergebnissen unabdingbar. Die Praxis zeigt, dass es verschiedene Varianten von Sanierungsmassnahmen gibt. Die frühzeitige Zusammenarbeit zwischen den Fachleuten der Altlastensanierung, der Raumplanung sowie den Investoren schafft klare Randbedingungen und spart so Kosten und Zeit.

Effiziente Verfahren

Entscheidend für Investitionen in Industriebrachen ist eine rasche Realisierbarkeit der baulichen Vorhaben. Die öffentliche Hand und die Raumplanung sind gefordert, den terminlichen Anliegen der Bauwilligen Rechnung zu tragen, ohne die Ziele der erwünschten räumlichen Entwicklung und die öffentlichen Interessen zu gefährden. Es gibt ein Spannungsfeld zwischen dem Anliegen einer qualitätsvollen und demokratisch abgestützten Raumordnung und den eher auf Kurzfristigkeit ausgerichteten Wünschen der Investoren. Dies zu ignorieren wäre falsch. Durch kooperative Verfahren, vermehrte Nutzung des "runden Tisches" und der vorausschauenden planerischen Vorbereitung von Arealen kann effizient und zeitgerecht auf die unterschiedlichen Interessen reagiert und Rechtssicherheit geschaffen werden.